06.04.2006 | Regina Riepe

Trainingslager - Fairness, Toleranz, Zivilcourage

Die letzte Fußball-WM lieferte die Idee zu diesem Computer-Lernspiel, in dem - wie im Trainingslager vor großen Fußballspielen - wichtige Fähigkeiten trainiert werden. Das sind in diesem Falle keine Mannschaftsstrategien oder Kopfballtechniken sondern Fairness und Toleranz, Zivilcourage und Verantwortung, also Denk- und Verhaltensweisen, die im sportlichen Wettkampf genauso ihre Berechtigung haben wie im Umgang mit Menschen.

Zivilcourage und Toleranz sind wichtige Grundlagen des Zusammenlebens in unserer multikulturellen Gesellschaft. Doch allein mit großen Worten über Verantwortung und Toleranz lässt sich wenig erreichen, ein Ziel wie "Verbesserung des Sozialverhaltens" kann nur abschreckend auf Jugendliche wirken. Das Interesse am Fußballspiel bietet viele Anlässe, um Jugendliche mit einem innovativen Computer-Lernspiel zur Auseinandersetzung mit Vorurteilen und dem eigenen "Schubladendenken" anzuregen. Gemeinsam werden Möglichkeiten erarbeitet, wie man verbal gegen Ausgrenzung und Ablehnung angehen kann und Solidarität mit den Opfern zeigt. Das geschieht ohne erhobenen Zeigefinger am Beispiel von Filmsequenzen, die den Alltag von Jugendlichen widerspiegeln. Dabei gibt es kein eindeutiges Freund-Feind oder Opfer-Täter Schema. Sowohl Jungen wie Mädchen werden ausgegrenzt oder diskriminieren andere, Menschen unterschiedlichen Aussehens verhalten sich unfair oder fair. Die Situationen lassen viele Lösungen und Reaktionsmöglichkeiten offen. Genug Stoff also zur Auseinandersetzung und zur Diskussion in der Klasse.


Inhalt und Aufbau

Trainingslager richtet sich eigentlich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 10. Insgesamt 17 kurze Filmszenen sind das Herzstück von Computer-Lernspielen, alle Szenen spielen im unmittelbaren Erfahrungsbereich der Jugendlichen. Sie sind auch einzeln einsetzbar.

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Das Lernprogramm besteht aus zwei Spielrunden und enthält didaktische Hinweise für Pädagogen zum Einsatz im Unterricht.

Technik

Im Handbuch findet sich eine ausführliche Anleitung zur Installation und Bedienung von Trainingslager. Damit das Programm installiert werden kann, muss der PC bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Das ist bei fast allen Computern, die nicht älter als 3-4 Jahre sind, gegeben. Des Weiteren werden Aktivboxen zur Soundausgabe (für beide Programmteile) und Mikrofone (für den 2. Teil -"Schneller Konter") benötigt. Jede Lerngruppe, bestehend aus vier Schülerinnen und Schülern, braucht einen eigenen Computer.

Einsatzmöglichkeiten

Die verschiedenen Computer-Lernspiele von Trainings-LAGER können zu einem Projekt ausgebaut werden. Sie sind eine gute Basis für Rollenspiele, in denen die gelernten Reaktionsmuster in neuen Situationen erprobt werden. Steht der Lerngruppe eine Kamera zur Verfügung, so können eigene Szenen entwickelt werden, in denen Ausgrenzung und Ablehnung durch das Eingreifen eines Anderen durchbrochen werden. Die Erfahrungen mit Trainings-LAGER können bei schulinternen Problemen weiterhelfen, in dem die vorliegende Situation bei der Nachbereitung an die Filmszenen "angedockt" und dann bearbeitet wird.

Kurzinformation

TitelTrainingslager - Fairness, Toleranz, Zivilcourage
HerausgeberBundeszentrale für politische Bildung
Gerrit Hoberg, Hartmut Hoster
MediumZwei CD-ROM's mit den beiden Spielrunden, die auf den eigenen PC heruntergeladen werden müssen.
84-seitiges Handbuch für Pädagoginnen und Pädagogen mit Hintergrundinformationen und didaktischen Hinweisen.
Preis6 € Bereitstellungspauschale zzgl. anfallender Portokosten
BestellmöglichkeitBundeszentrale für politische Bildung: Trainingslager
Technische Voraussetzungenmindestens PC mit Pentium III Prozessor 1 GHZ, 256 MB Arbeitsspeicher, Windows 2000/Windows XP, 700 MB freier Speicherplatz, Bildschirmauflösung mind. 1024x768 Bildpunkte, Soundkarte, Mikrofon-Eingang und Kopfhörer-Ausgang

Fazit

Durch die Mitarbeit von Pädagoginnen und Pädagogen sowie Schülerinnen und Schülern der verschiedenen Schulformen ist ein sehr basisnahes Material entstanden, das die Jugendlichen ernst nimmt und in ihrem eigenen Umfeld zeigt. Das Beurteilen anderer Menschen und der Umgang mit den eigenen Vorurteilen ist ein äußerst heikles Thema, das leicht zu Abwehrreaktionen führt. Wer will sich schon gerne eingestehen, dass er Vorbehalte hat, unfair reagiert oder Menschen vorschnell beurteilt? Dadurch, dass in der Spielphase die Jugendlichen in Gruppen eigenständig agieren, können sich neue Lernmöglichkeiten entwickeln, die dann in der Nacharbeit behutsam aufgegriffen und verfestigt werden können. So gibt dieses Unterrichtsmaterial wichtige Impulse zur Reflexion des eigenen Sozialverhaltens und zeigt Möglichkeiten auf, wie mit ein wenig Zivilcourage und sprachlichem Geschick in unfairen, diskriminierenden Situationen reagiert werden kann.

Weitere Informationen

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basta-net.de
Die Kommunikationsplattform des Aktionsprogramms "Jugend für Toleranz und Demokratie" berät in allen Fragen und Problemen zu Gewalt und Extremismus.

Die Autorin

Regina Riepe ist Diplom-Psychologin und arbeitet freiberuflich in der Lehrer-Fortbildung und Eine-Welt-Bildungsarbeit. Sie ist auch als Autorin von Bildungsmaterialien zu Alltag, Kultur und Religion in Afrika tätig.