25.05.2010 | Matthias Felling
Radio – ein Medium mit Geschichte
Das Radio in Deutschland hat vor einigen Jahren seinen 75. Geburtstag gefeiert. Trotz des hohen Alters bleibt das Radio auch bei jungen Menschen beliebt. Jugendliche nutzen allerdings verstärkt Internet und Handy, um Radio zu hören oder um eigene Tonbeiträge als Podcast zu veröffentlichen.
Am 29. Oktober 1923 war es soweit: Das erste offizielle deutsche Radioprogramm ging von 20 bis 21 Uhr auf Sendung. Die "Funk-Stunde" sendete live über ein einziges Mikrofon und brachte vor allem klassische Musik. Schnell entwickelte sich das Radio zu einem Massenmedium, auch wenn man sich in der Weimarer Republik als "Rundfunkteilnehmer" offiziell anmelden musste und dafür auch bezahlte. Anfang 1924 gab es in Deutschland rund 1500 Rundfunkteilnehmer, ein Jahr später waren schon über 500 000 Hörer registriert.
1933 wird der Rundfunk in Deutschland komplett verstaatlicht. Für die Nationalsozialisten wird das Radio zu einem der wichtigsten Mittel ihrer Propaganda. Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs beginnt die Neuordnung der Rundfunklandschaft durch die alliierten Besatzungsmächte. Dabei wird vor allem auf die Unabhängigkeit von Staat und Medien geachtet.
Die Ultrakurzwelle auf den Frequenzen 87,5 bis 108 MHz setzt sich in den 1950er Jahren weltweit zunehmend als Verbreitungsweg durch. Die Reichweiten waren zwar kleiner als bei der Mittelwelle, aber der Klang besser. In den 1960er Jahren begannen Ausstrahlungen in Stereo.
Seit Mitte der 1980er Jahre ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland nicht mehr alleine. Denn seitdem gibt es ein duales Rundfunksystem und es dürfen auch private Sender Programme senden. Rundfunk ist in Deutschland Ländersache und wird über die jeweiligen Landesmediengesetze geregelt. Neben der technischen Entwicklung hat das Radio auch immer wieder neue inhaltliche Veränderungen erlebt. In den letzten Jahrzehnten haben sich vor allem immer mehr Formatradios entwickelt, die mit einem klaren Muster bestimmte Zielgruppen ansprechen.
Tonträger im Wandel der Zeit

Schallplatten
Noch bevor sich das Radio in deutschen Haushalten etablieren konnte, war an vielen Orten Musik aus Lautsprechern zu hören. Denn schon Anfang des 20. Jahrhunderts feiert das Grammophon einen Siegeszug. Darauf wurden Platten aus Schellack abgespielt, die schwerer waren und leichter zerbrachen als ihre Nachfolger aus Vinyl. Die LP gibt es als Tonträger bis heute, sie wird gerne von DJs beim Auflegen eingesetzt. Bild: Wikimedia Commons/Mediator

Kassetten
Neben dem Pressen von Schallwellen in eine Rille war ein anderes Verfahren für Tonträger erfolgreich: die Speicherung auf Magnetbändern. Tonbandgeräte wandern in deutsche Wohnzimmer und ab den 1960er Jahren wird die Audio-Kassette populär. Dadurch wird das Überspielen von Musik und auch das Anfertigen eigener Aufnahmen technisch immer einfacher. Bild: iStock/rusum

CDs
Anfang der 1980er Jahre kam die Compact Disc (CD) und läutete das digitale Zeitalter ein. Doch die Speicherung von Musik und Klängen auf einem reinen Tonträger gehört zunehmend der Vergangenheit an. Heute werden Musikstücke wie andere Daten behandelt, auf Computerfestplatten gespeichert und bei Bedarf auf tragbare Geräte überspielt. Dazu hat vor allem die Entwicklung von MP3 beigetragen: Durch das Weglassen von Klängen, die das menschliche Ohr nicht hören kann, konnte der Speicherbedarf von Tondateien erheblich verkleinert werden. Bild: iStock/zoomstudio
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 | Mitmachen erlaubt Durch die digitale Tonbearbeitung wird es immer einfacher, eigene Beiträge zu erstellen und zu veröffentlichen. |
Der Autor
Matthias Felling ist Journalist und Medienpädagoge und arbeitet unter anderem bei www.handysektor.de
(Bildnachweis: © iStockphoto/Stephen Morris)