26.10.2009 | Engelbert Michel

Mobile Learning Exploration System (Moles)

Mobile Endgeräte sinnvoll für Lehr- und Lernzwecke zu nutzen, ist Ziel des Mobile Learning Exploration Systems, kurz "Moles". Lehrkräfte oder Lernende erstellen multimediale interaktive Arbeitsbögen am PC oder im Web, übertragen sie aufs Handy und begeben sich damit auf eine Exkursion. Vor Ort werden die Fragen bearbeitet und Antworten sofort mit dem Handy erfasst. Einer strukturierten Betriebserkundung steht dann nichts mehr im Wege.

Moles ist ein System, mit dem interaktive Aufgabenbögen erstellt werden können. In Verbindung mit einem der Mini Moles Programme auf dem Handy ist es möglich, stationäres Lernen mit mobilem Lernen außerhalb des Unterrichtsraumes zu verbinden. Moles wurde 2009 mit dem Sonderpreis für Mobile Anwendungen von "Wege ins Netz" ausgezeichnet. Dieser vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie veranstaltet Wettbewerb zeichnet jährlich Projekte aus, die vorbildhaft den Weg ins Netz weisen. Moles wurde von Studierenden der Medieninformatik an der Universität zu Lübeck im Rahmen des Studiums erarbeitet und von einer Vielzahl von Personen gemeinsam weiterentwickelt. Vor allem waren dies Schülerinnen und Schüler verschiedener Lübecker Schulen, die Ideen für die Weiterentwicklung des Spieles eingebracht haben.


Arbeitsschritte

Der Umgang mit Moles verläuft in drei Schritten:

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Vorbereitung: Erstellung der Arbeitsbögen

Dies kann im Internet oder auf dem eigenen PC erfolgen. Die für den PC erforderlichen Programme werden auf http://moles.mesh.de zum Download angeboten.

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Durchführung der Exkursion

Die Teilnehmenden gehen nun an die Bearbeitung. In Gruppen lösen sie die Aufgaben und erfassen die Ergebnisse direkt mit dem mobilen Endgerät.

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Auswertung der Ergebnisse

Die Ergebnisse werden auf den PC zurückübertragen und können über den Beamer präsentiert werden.

Zielgruppe

Moles wurde für Schüler und Schülerinnen ab der 5. Klasse entwickelt. Die grafische Gestaltung ist auf diese Zielgruppe abgestimmt. Inhaltlich sind dem System jedoch keine Grenzen gesetzt. Wer eine gute Idee für andere Zielgruppen hat, kann sie genauso gut damit umsetzen. Mein Besuch der 5. Klasse liegt schon sehr lange zurück, trotzdem finde ich die Gestaltung angenehm. Der Mole (englisch Maulwurf) ist ein guter Lotse durch das Programm.

Für die Erstellung der Web Moles gibt es eine PDF-Datei und Folien auf der Webseite. Diese können für die Instruktion der Teilnehmenden gut genutzt werden. Bedauerlich ist jedoch, dass es nur wenige Tutorials für die Lehrenden gibt. Schön wäre eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die auch den Download und die Installation der Software auf den mobilen Endgeräten beschreibt.

Moles-Versionen

Auf der Webseite http://moles.mesh.de werden verschiedene Versionen von Moles angeboten:

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Web Moles

mit dieser Version können die MIA direkt im Internet erstellt werden. In Verbindung mit einem der Mini Moles Programme kann das stationäre Lernen im Gruppenraum mit der physischen Welt außerhalb des Klassenraums verbunden werden. Web Moles funktioniert mit jedem Internet-Browser. Dadurch ist es möglich, frei von zeitlichen oder räumlichen Beschränkungen zu arbeiten.

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Moles for PC

Moles for PC wurde für Computer entwickelt, die keinen oder nur einen eingeschränkten Internetzugang haben. Die multimedialen interaktiven Arbeitsbögen (MIA) werden offline erstellt. Vor der Exkursion oder dem Lernspiel müssen sie auf ein Mobilgerät übertragen werden.

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Mini Moles

Die Mini Moles Anwendung erlaubt das Ausführen/Spielen der MIA auf verschiedenen Mobilgeräten (zum Beispiel auf dem Mobiltelefon, Smartphone, PDA, Netbook). Beim mobilen Lernen mit Mini Moles beantwortet man gemeinsam die eigenständig erstellten Fragen im Kontext reichhaltiger physischer Erlebnisse vor Ort (im Biotop, Betrieb, urbanen Raum, Museum et cetera) und speichert seine Beobachtungen auf seinem Mobilgerät. Die Einbindung weiterer digitaler Medien, etwa Sensoren oder GPS-Geräte, ist möglich.

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Web Mini Moles

Um Web Mini Moles auf Mobilgeräten wie Mobiltelefonen, PDAs und Pocket Laptops (z. B. OLPC) zu betreiben benötigen sie nur einen Browser und Internetzugang.

Spiele

Unter dem Menüpunkt "Spiele" werden bereits erprobte Spielszenarios, die mit moles durchgeführt wurden, zur Verfügung gestellt. Die Rubriken "Abenteuer", "Naturwissenschaften" und "Diverses" werden noch überarbeitet, die Kategorien Soziales Lernen und Kunst/Architektor sind bereits eingerichtet.

Erfahrungen mit dem Umgang von Moles

Die Darstellung von Moles und die Idee der mobilen strukturierten Lernszenarien hat mich restlos überzeugt. Nun wollte ich natürlich das System selbst ausprobieren. Um keine Installationen durchführen zu müssen, testete ich die Internet-Anwendung "Web-Moles". Zunächst benötigt man Zugangsdaten, die über die Webseite angefordert werden können. Sehr schnell wurden diese zugesandt und Hilfe bei Fragen angeboten.

Fragetyp auswählen
Abbildung groß

Erstellung Fragebogen: Fragetyp

Die Erstellung der Bögen funktioniert sehr einfach. Eine übersichtlich gestaltete Seite ermöglicht die Auswahl des Fragetyps und die Eingabe des Textes. Ein kleiner Maulwurf leistet dabei Hilfestellung. Gut gefällt mir die grafische Lösung. Wenn ein Fragetyp ausgewählt wurde, wird er auf das daneben liegende Handy gezogen und dann im Display des Handys ausgefüllt. Zur Illustration und weitere Erläuterung der Frage können Bilder, Videoclips oder Sounddateien eingebunden werden.


Antworttyp auswählen
Abbildung groß

Erstellung Fragebogen: Antworttyp

Im nächsten Schritt wird der Antworttyp ausgewählt. Hier stehen 7 verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Texteingaben, auch in Form von Multiple-Choice Auswahl, Zahleneingaben, die Aufnahme von Sound, die Einbindung von Fotos oder selbst erstellten Zeichnungen. Damit werden die Möglichkeiten des Handys voll ausgeschöpft.


Übertragung auf das Handy

Wenn der MIA fertiggestellt ist, wird er auf das mobile Endgerät überspielt und der Exkursion oder dem Spiel steht nichts mehr im Wege. Zur Überspielung stehen verschiedene Wege zur Verfügung: Direkter Download mit dem Handy aus dem Internet oder Überspielung vom PC auf das Endgerät. Der Download des MIA als ZIP-Datei funktionierte problemlos. Vor der Nutzung auf dem Handy muss zunächst eine Version der Mini-Moles auf dem Handy installiert werden. Dies kann direkt mit dem Handy über das Internet erfolgen. Die Installation brach jedoch am Ende des Vorgangs mit der Fehlermeldung "Autorisierung fehlgeschlagen" ab. Die Bearbeitung des Bogens mit dem PC im Internet hingegen klappte problemlos. Leider hat sich mir nicht erschlossen, wie die Daten gespeichert werden, wenn mehrere Gruppen den gleichen Bogen ausfüllen. Hier fehlen entsprechende Tutorien für die Lehrenden.

Internetadresse

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moles.mesh.de
Das "Mobile Learning Exploration System" (moles) des Multimedia-Entwicklungszentrums Schleswig-Holstein (MESH).

Fazit

Moles ist ein tolles System für spannende Projektarbeit außerhalb des Unterrichtsraumes. Betriebserkundungen zum Beispiel kann ich mir damit sehr gut vorstellen. Das Projekt ist sehr ehrgeizig, betrachtet man die Vielzahl der Endgeräte, die zum Einsatz kommen können. Mich wundert es daher nicht, dass die Übertragung auf mein Handy zunächst nicht funktionierte. Mit zusätzlicher Energie und weiterem Zeiteinsatz wäre dieses Problem sicher lösbar. Aber da genau liegt das Problem: Welche/r Ausbilder/in und welche/r Lehrer/in kann es sich bei der gegenwärtigen Arbeitsbelastung leisten, diese Zeit aufzuwenden?

Sicher wird die Anwendung vom Institute for Multimedia and Interactive Systems (IMIS) der Universität Lübeck weiterentwickelt und die fehlenden Anleitungen nachgereicht werden. Es lohnt sich daher sicher öfter mal auf die Seite zurückzukehren und die Weiterentwicklung zu verfolgen.

Der Autor

Engelbert Michel ist Diplom-Informationswissenschaftler und Berater für Neue Medien, E-Learning und Qualitätsmanagement.